Etwa ein Drittel aller Menschen über 65 stürzt mindestens einmal im Jahr. Die Folgen reichen von blauen Flecken bis hin zu Oberschenkelhalsbrüchen. Die gute Nachricht: Mit ein paar gezielten Veränderungen lässt sich das Risiko stark senken. Diese sieben Tipps haben in der Praxis den größten Effekt.
Die wirksamsten 7 Maßnahmen
- Stolperfallen entfernen. Lose Teppiche fixieren oder entfernen, Kabel an die Wand verlegen, Türschwellen abflachen. Jeder dieser kleinen Schritte senkt das Sturzrisiko spürbar.
- Gute Beleuchtung schaffen. Eine warme Grundbeleuchtung in jedem Raum, dazu Bewegungsmelder in Flur, Bad und Schlafzimmer. Nachts sehen die Augen schlechter – Licht kompensiert das.
- Haltegriffe im Bad. In der Dusche, neben Toilette und an der Badewanne. Rutschfeste Matten sind Pflicht. Die Pflegekasse bezuschusst diese Anschaffungen über die Wohnumfeldverbesserung mit bis zu 4.180 € je Maßnahme.
- Geeignetes Schuhwerk. Geschlossene Schuhe mit rutschfester Sohle sind sicherer als lose Hausschuhe oder Pantoffeln. Auch zu Hause lohnt sich festes Schuhwerk.
- Sehkraft prüfen. Mindestens einmal im Jahr zum Augenarzt. Eine veraltete Brille verzerrt Abstände und Stufen – mehr als die Hälfte aller Stürze hängen mit eingeschränkter Sicht zusammen.
- Bewegung & Gleichgewichtstraining. Spazierengehen, Reha-Sport oder Tai-Chi stärken Muskeln und Gleichgewichtssinn. Viele Krankenkassen erstatten zertifizierte Präventionskurse fast vollständig.
- Medikamente überprüfen. Schlaf- und Blutdruckmittel können Schwindel auslösen. Bei mehreren Medikamenten gleichzeitig einmal im Jahr einen Medikationscheck beim Hausarzt machen.
Bonus: Hausnotruf als Sicherheitsnetz
Selbst mit der besten Prävention lässt sich nicht jeder Sturz verhindern. Ein Hausnotruf sorgt dafür, dass im Ernstfall innerhalb von Sekunden Hilfe gerufen werden kann – auch dann, wenn die Person nicht mehr ans Telefon kommt. Ab Pflegegrad 1 ist die Grundgebühr in der Regel komplett von der Kasse bezahlt.
Checkliste für Angehörige
Gehen Sie gemeinsam mit Ihren Angehörigen durch die Wohnung und prüfen Sie:
- Sind alle Teppiche rutschfest oder mit Anti-Rutsch-Pad gesichert?
- Ist nachts der Weg ins Bad ohne Stolperfalle beleuchtet?
- Gibt es Haltegriffe an Toilette, Dusche und Badewanne?
- Steht das Telefon (oder Hausnotruf-Sender) gut erreichbar?
- Liegen Notfallkontakte sichtbar an einem festen Ort?
- Wird die Brille regelmäßig geprüft und ggf. erneuert?
- Ist die Hausnummer von außen gut sichtbar – damit Rettungskräfte im Ernstfall schnell finden?
Fazit
Sturzprävention ist eine Mischung aus Wohnumfeld, Körper und Sicherheitsnetz. Wer hier alle drei Säulen mitdenkt, senkt das Sturzrisiko massiv – und kann lange selbstbestimmt zu Hause leben.